Zuletzt aktualisiert am 24. Oktober 2026 von Gesundheitsticker
Der Herbst ist die richtige Zeit, um die Grundlagen für einen gesunden Winter zu schaffen. Hausärzte empfehlen jetzt einen umfassenden Gesundheits-Check, der mehrere wichtige Bereiche umfasst: Bewegung, Schlaf, Ernährung, den aktuellen Impfstatus sowie anstehende Vorsorgeuntersuchungen. Diese Maßnahmen können dabei helfen, das Immunsystem zu stärken und Erkrankungen vorzubeugen.
Warum gerade jetzt ein Gesundheits-Check sinnvoll ist
In der Wintersaison 2025/26 gab es laut Robert Koch-Institut rund 180 Millionen akute Atemwegserkrankungen in Deutschland. Etwa 429.000 Menschen wurden wegen schwerer akuter Atemwegsinfektionen in Kliniken behandelt, rund 22.700 starben. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig vorbeugende Maßnahmen sind.
Der Herbst bietet die Möglichkeit, rechtzeitig vor der Erkältungs- und Grippesaison aktiv zu werden. Wer jetzt seinen Lebensstil überprüft und gegebenenfalls anpasst, kann das Risiko für Infektionen senken und die körpereigenen Abwehrkräfte unterstützen.
Bewegung, Schlaf und Ernährung im Fokus
Regelmäßige körperliche Aktivität
Bewegung stärkt das Immunsystem und verbessert die allgemeine Fitness. Hausärzte empfehlen, regelmäßige körperliche Aktivität in den Alltag zu integrieren , sei es durch Spaziergänge an der frischen Luft, Radfahren oder gezieltes Training. Auch moderate Bewegung hat nachweislich positive Effekte auf die Gesundheit.
Ausreichend Schlaf
Schlaf ist für die Regeneration und die Funktion des Immunsystems wichtig. Erwachsene sollten auf sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht achten. Wer regelmäßig zu wenig schläft, schwächt seine Abwehrkräfte und erhöht das Risiko für Infektionen.

Ausgewogene Ernährung
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Flüssigkeit versorgt den Körper mit wichtigen Nährstoffen. Besonders im Herbst bieten saisonale Lebensmittel wie Kürbis, Kohl und Wurzelgemüse wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.
Impfstatus überprüfen und auffrischen
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ruft seit Anfang Oktober bundesweit mit der Kampagne „Zusammen geschützt” dazu auf, den eigenen Impfschutz zu prüfen. Im Mittelpunkt stehen Impfungen gegen Grippe, Corona, RSV und Pneumokokken.
Empfehlungen für verschiedene Altersgruppen
| Impfung | Zielgruppe | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Grippe | Ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal | Oktober bis Mitte Dezember |
| Corona | Ab 75 Jahren, bestimmte Risikogruppen | Spätsommer bis Frühherbst |
| RSV | Ab 75 Jahren, Pflegeheimbewohner | Einmalig |
| Pneumokokken | Kinder bis 2 Jahre, ab 60 Jahren | Nach ärztlicher Empfehlung |
Grippe- und Corona-Impfung
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung allen Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen, Schwangeren sowie medizinischem und pflegerischem Personal. Der Impfschutz baut sich innerhalb von etwa zwei Wochen auf. Bei der Corona-Impfung hat die STIKO ihre Empfehlung im Juli 2026 angepasst: Eine jährliche Auffrischung wird nun allen Menschen ab 75 Jahren empfohlen.
In der Saison 2024/25 waren laut Robert Koch-Institut nur 34,5 Prozent der Menschen ab 60 Jahren gegen Grippe geimpft. Die EU strebt eine Impfquote von 75 Prozent an, Deutschland liegt jedoch regelmäßig deutlich darunter. Mehrere Impfungen können bei entsprechender Empfehlung am selben Termin verabreicht werden. Welche Kombination sinnvoll ist, sollte mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt geklärt werden.
Vorsorgeuntersuchungen nicht vergessen
Neben Lebensstil und Impfungen gehören auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zum Herbst-Gesundheits-Check. Hausärzte empfehlen, anstehende Termine wahrzunehmen und den eigenen Vorsorgeplaner zu überprüfen. Dazu gehören je nach Alter und Geschlecht unter anderem Blutdruckmessungen, Blutzucker-Kontrollen, Hautkrebs-Screenings und weitere Früherkennungsuntersuchungen.
Wer unsicher ist, welche Vorsorgeuntersuchungen anstehen, kann dies beim nächsten Hausarztbesuch klären. Viele Untersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen und sollten regelmäßig in Anspruch genommen werden. Frühzeitig erkannte Gesundheitsprobleme lassen sich oft besser behandeln als fortgeschrittene Erkrankungen.
Quellen
- Als Hausarzt checke ich im Herbst vor allem Bewegung, Schlaf und Ernährung , aber auch Impfstatus und anstehende Vorsorgeuntersuchungen – FOCUS online
- Nach tödlichem Parkplatz-Unfall will Familie des Opfers, dass Rentner ihre Fahreignung nachweisen
- Impfschutz im Herbst: Empfehlungen zu Grippe und Corona
- Grippeschutzimpfung im Herbst: So lange schützt Sie der Piks
- Lob der Verbände für geplante Entlastungen im GKV-Sparpaket – Deutscher Bundestag






