Grippeimpfung: Impfraten sinken – was Du jetzt wissen musst

Zuletzt aktualisiert am 17. Oktober 2026 von Gesundheitsticker

Aktuelle Situation: Früher Beginn bei sinkenden Impfraten

Die Grippesaison 2026 hat ungewöhnlich früh begonnen, während gleichzeitig die Impfraten in mehreren Bundesstaaten der USA auf neue Tiefstände gefallen sind. In Colorado beispielsweise hatten bis zum 6. Oktober nur 9,5 Prozent der Bevölkerung eine Grippeimpfung erhalten , ein Rückgang gegenüber 10,5 Prozent im Vorjahr und 11,8 Prozent im Jahr 2024. Dies ist bereits das dritte Jahr in Folge mit sinkenden Impfraten.

Laut den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) steigt die Influenza-Aktivität seit Ende August/Anfang September 2026 in vielen Landesteilen an. Die Positivrate bei Influenza-Tests lag in der Woche bis zum 10. Oktober bei 3,6 Prozent , ein sechsfacher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr zur gleichen Zeit (0,6 Prozent). Besonders betroffen ist die Westküste: In der Region 9 (Arizona, Kalifornien, Hawaii, Nevada) erreichte die Positivrate 9,5 Prozent, was Experten als außergewöhnlich hoch für diese Jahreszeit bewerten.

Geografische Besonderheiten der aktuellen Saison

Anders als in typischen Jahren, in denen die Grippewelle im Südosten beginnt und sich im Winter nach Norden ausbreitet, ist das Virus diesmal bereits landesweit etabliert. In Washington State wurden bereits sechs Todesfälle im Zusammenhang mit Influenza gemeldet, und in North Carolina gab es ebenfalls einen grippebedingten Todesfall zu Beginn der Saison.

Welcher Virustyp dominiert aktuell?

Von den 300 Influenza-Viren, die in der Woche 40 von öffentlichen Gesundheitslaboren gemeldet wurden, waren 292 Influenza A und nur 8 Influenza B. Von den 251 subtypierten Influenza-A-Viren waren 242 (96,4 Prozent) vom Typ A(H1N1)pdm09 und 9 (3,6 Prozent) vom Typ A(H3N2). Der H1N1-Subtyp ist derzeit also klar dominant.

Gesunde Ernährung zur Stärkung des Immunsystems

Medizinische Hintergründe und Impfstoff-Wirksamkeit

Bedeutung des dominierenden Virustyps

Welcher Influenza-Subtyp dominiert, hat Auswirkungen auf die Krankheitslast verschiedener Altersgruppen. Während H3N2-dominierte Saisons historisch mit besonders schweren Verläufen bei älteren Erwachsenen verbunden waren, betrifft H1N1 tendenziell stärker jüngere Bevölkerungsgruppen , beide Subtypen können jedoch in jedem Alter schwere Erkrankungen verursachen.

Passung des aktuellen Impfstoffs

Andrew Pekosz von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health weist darauf hin, dass das aktuell zirkulierende H1N1-Virus einige Mutationen aufweist, die voraussichtlich die Wirksamkeit des Impfstoffs leicht verringern könnten. Dennoch bietet die Impfung weiterhin Schutz und kann die Schwere der Erkrankung deutlich reduzieren.

Wachsende Impfskepsis als Problem

Gesundheitsbehörden in West Virginia und anderen Bundesstaaten berichten von zunehmender Zurückhaltung gegenüber Grippeimpfungen. Diese Entwicklung bereitet Experten Sorge, besonders vor dem Hintergrund des frühen Saisonbeginns und der Tatsache, dass die letzte Grippesaison in Colorado die schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen war.

Praktische Empfehlungen für den Alltag

Wann solltest Du Dich impfen lassen?

Die CDC empfiehlt für die meisten Menschen eine Grippeimpfung im September oder Oktober. Angesichts des frühen Saisonbeginns raten Experten jedoch: „Hol Dir die Impfung jetzt sofort.“ Die Impfung ist für alle Personen ab sechs Monaten verfügbar. Eine Impfung im Juli oder August wird für die meisten Gruppen nicht empfohlen, da die Immunität im Verlauf der Grippesaison nachlassen könnte.

Maßnahme Empfehlung Zeitpunkt
Grippeimpfung Für alle ab 6 Monaten September, Oktober (jetzt)
Händewaschen Regelmäßig, 20 Sekunden Täglich mehrfach
Bei Symptomen Zuhause bleiben, Arzt kontaktieren Sofort bei Beginn
Antivirale Medikamente Frühzeitig bei Risikopatienten Innerhalb 48 Stunden

Unterstützung des Immunsystems im Alltag

Neben der Impfung können alltägliche Maßnahmen helfen, das Infektionsrisiko zu senken. Regelmäßiges Händewaschen mit Seife für mindestens 20 Sekunden bleibt eine der wirksamsten Präventionsstrategien. Vermeide es, Dir mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen, besonders Augen, Nase und Mund.

Eine ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung unterstützen das Immunsystem. Bei ersten Grippesymptomen , plötzliches Fieber, Husten, Halsschmerzen, Muskelschmerzen , solltest Du zuhause bleiben und ärztlichen Rat einholen.

Antivirale Behandlung bei Bedarf

Es gibt verschreibungspflichtige antivirale Medikamente zur Behandlung der Grippe. Diese sollten so früh wie möglich eingesetzt werden und sind besonders wichtig für Patienten mit höherem Risiko für Influenza-Komplikationen, etwa ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder oder Personen mit chronischen Erkrankungen.

Einordnung und Ausblick

Ein früher Saisonbeginn bedeutet nicht zwangsläufig eine besonders schwere Grippesaison. Experten betonen, dass jede Influenza-Saison anders verläuft , manche beginnen früher, andere später. Die aktuelle Frühaktivität liegt zwar über dem typischen Niveau für diese Jahreszeit, bewegt sich aber noch im Rahmen der erwarteten saisonalen Schwankungen.

Braylee Weets vom Health Security Operations Center der Georgetown University fasst zusammen: „Krankheitserreger wie die Grippe halten uns gerne in Atem.“ Die Überwachung durch WastewaterSCAN, ein Projekt zur Überwachung von Infektionskrankheiten in kommunalen Abwassersystemen, hat das Virus bereits in 64 Prozent der Proben im ganzen Land gefunden , mehr als dreimal so viel wie im Oktober des Vorjahres.

Die CDC stellt wöchentlich aktualisierte, integrierte Informationen über COVID-19, Grippe und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) bereit, da mehrere Viren zur Aktivität von Atemwegserkrankungen beitragen. Die Impfung bleibt das wirksamste Mittel zur Prävention schwerer Verläufe , auch wenn der aktuelle Impfstoff möglicherweise nicht perfekt auf die zirkulierenden Virusvarianten abgestimmt ist, bietet er dennoch bedeutenden Schutz.

Quellen

Gesundheitsticker

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