Die Natur macht dich gesund
in

Wirkung der Natur auf die Gesundheit

Eine natürliche Umwelt kann in vielfältiger Weise zur menschlichen Gesundheit beitragen, von Kindern bis zu älteren Menschen.

Wageningen University & Research untersuchte die optimale Gestaltung und Verwaltung von Grünflächen, den Einfluss der Landschaftsgestaltung und der städtischen Umwelt auf die soziale Sicherheit sowie Möglichkeiten, vorhandene Grünflächen besser zu nutzen, um das Verhalten der Menschen positiv zu beeinflussen.

Beispiele, wo eine natürliche Umwelt zur Gesundheit der Menschen beitragen kann:

  • Erholung von Stress;
  • sie kann soziale Kontakte fördern;
  • sie kann zur optimalen Entwicklung von Kindern beitragen;
  • sie kann die persönliche Entwicklung und Bedeutung fördern;
  • und es kann die körperliche Aktivität fördern.

Ein kurzer Spaziergang oder nur stundenlange Wanderungen durch die Natur, der gemeinsame Anbau von Gemüse in einem Gemüsegarten der Gemeinde oder die Arbeit in einem Büro voller Pflanzen: Grün fühlt sich gut an. Und: Grün ist gut. Der Kontakt mit der Natur erhöht das Glück und reduziert Stress. Sie fördert Vitalität, Kreativität und regt die Begegnung zwischen Menschen an. Forscher von Wageningen University & Research arbeiten daher an verschiedenen Projekten von Green for Health. Zum Beispiel: “Wir stellten fest, dass je grüner das Lebensumfeld in armen Vierteln ist, desto weniger Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren ADHS-Medikamente nehmen.

Als in den 1980er Jahren die Wirkung zwischen Grünfläche und Gesundheit untersucht wurde, waren die Ergebnisse so bemerkenswert, dass die Spitzenzeitschrift Science (1984) ihnen Platz machte. Der Amerikaner Roger Ulrich zeigte, dass Patienten, die nach einer Gallenblasenoperation einen Blick auf grüne Bäume hatten, sich schneller erholten als solche, die auf eine Steinmauer hinausschauten. Diese Studie war der Startschuss für viele Studien über die Heilkräfte der Natur. Niederländische Untersuchungen zeigen auch, dass Menschen, die im Grünen leben, sich öfter gesünder fühlen und weniger oft krank sind. Grün baut Stress ab, zum Beispiel weil allein der Blick in die Natur beruhigend wirkt. Grün fördert die Begegnung zwischen Menschen und bietet Kindern abwechslungsreichere Spielmöglichkeiten”, sagt der Forscher Sjerp de Vries. Zum Beispiel ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder in grünen Vierteln übergewichtig sind, um fünfzehn Prozent geringer.

Grün in der Wohnumgebung

Aber nicht jeder hat leichten Zugang zu einem Garten, Park oder Straßengrün. Forscher Jan Hassink: “Für gefährdete Gruppen wie ältere Menschen und Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status ist die Nutzung von Grünanlagen wichtig. Es verbessert ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden. Der Zugang zu Grünflächen kann dazu beitragen, sozioökonomische Gesundheitsunterschiede zu verringern. Dabei handelt es sich um Unterschiede in Gesundheit und Mortalität zwischen Menschen mit einer hohen und Menschen mit einer niedrigeren (sozioökonomischen) Position in der Gesellschaft. Doch die letztere Gruppe hat oft weniger Zugang zu Grünflächen. Und die Qualität und der Pflegegrad von Grünflächen in ihrem Wohnumfeld ist oft geringer, so dass die Wirkung von Grünflächen wahrscheinlich auch geringer ist”.

In Arnheim und Nimwegen untersuchen die Forscher daher, wie sie gemeinsam mit den Bewohnern gefährdete Viertel so begrünen können, dass alle Bewohner mit Grün in Berührung kommen und es aktiv nutzen. Die Forscherin Lenneke Vaandrager ist Projektleiterin des PARTIGAN-Konsortiums: “Wir untersuchen, wie die Bewohner Parks nutzen und schätzen. Wir verfolgen Sanierungsprojekte, bei denen Straßen umweltfreundlicher gestaltet werden. Und wir wollen wissen, wie die Einwohner grüne Bürgerinitiativen erleben: Wir messen die Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Denken Sie zum Beispiel an einen Gemüsegarten in der Nachbarschaft, der von den Bewohnern selbst angelegt wird, wo sie die Ärmel gemeinsam hochkrempeln und Mahlzeiten mit Gemüse und Kräutern aus dem eigenen Garten zubereiten. Was erwarten wir? Wenn Menschen im Gemüsegarten arbeiten, erhalten sie mehr soziale Kontakte, erleben weniger Stress und fühlen sich gesünder. Sie werden auch ein gesünderes Leben führen, weil sie aktiver sind und sich gesünder ernähren”.

Gesundes Grün in und um Schule

Nicht nur in Arnheim und Nimwegen können die Einwohner aktiver mit der Natur umgehen und sich gesünder ernähren. Kinder in Amsterdam sehen täglich Äpfel und Birnen im Obstgarten wachsen und dürfen bei der Pflege der Bäume und der Ernte der Früchte selbst mithelfen. Hier ist Wageningen University & Research an Fruit4Schools beteiligt, einer Initiative, die soziale Einrichtungen, Eltern und Kinder auf spielerische und vor allem natürliche Weise mit gesundem Essen in Kontakt bringt. Grund- und Sekundarschulen, lokale Unternehmen, Gemeinden und andere interessierte Parteien arbeiten zusammen, damit auf den Schulhöfen Obst produziert werden kann. Projektleiter Marc Ravesloot: “Dies hängt mit der Umwelterziehung zusammen: Die Kinder essen die angebauten Früchte in den Klassenzimmern, wenn nötig ergänzt durch den lokalen Gemüsehändler. Auf diese Weise werden sich Kinder und ihre Eltern bewusster, wie unsere tägliche Nahrung produziert wird und welchen Einfluss gesunde Lebensmittel auf eine gesunde Lebensweise haben”.

Zu einem gesunden Lebensstil gehört auch viel Bewegung. Mehrere Schulen durchlaufen daher eine Metamorphose zum “Gesunden Schulhof”. Ein Platz, wo man sich im Gebüsch verstecken kann, wo man über Baumstämme klettern oder mit den Stiefeln in Pfützen stapfen kann. Kurz gesagt: wo Kinder den Raum haben, in einer herausfordernden und grünen Umgebung zu spielen. Gemeinsam mit dem TNO hat die Wageningen University & Research die Auswirkungen dieser Neugestaltung an vier Grundschulen untersucht. Die Forscher untersuchten den Grad der körperlichen Aktivität, die kognitiven Funktionen, das soziale Klima auf dem Platz und im Klassenzimmer und ganz allgemein das sozio-emotionale Wohlbefinden der Kinder. Das Ergebnis: Nach Aussage der Kinder gibt es weniger Mobbing auf dem Platz und weniger Kinder sind in der Pause auf der Seite. Dies ist wahrscheinlich hauptsächlich auf die größere Vielfalt zurückzuführen, die die neuen Quadrate bieten.

Grüne Gesundheitsfürsorge

Mehrere Schulen tauschen die grauen Kacheln gegen Pflanzen und Bäume aus. Dies geschieht auch im Gesundheitswesen. Jan Hassink: “Klienten arbeiten zum Beispiel in Pflegefarmen, von denen sich bereits 1200 in den Niederlanden befinden. Sie füttern die Tiere oder arbeiten im Gemüsegarten. Die Pflege übernehmen die Bauern und Bäuerinnen. Die Ruhe und die Weite der Landschaft tragen zum Wohlbefinden dieser Menschen bei: Sie erfahren weniger Stress, Angst oder Schmerz. Diese Aktivitäten sind bei verschiedenen KlientInnengruppen beliebt, z.B. bei Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen Problemen, bei gefährdeten älteren Menschen und jungen Menschen mit Verhaltens- und emotionalen Problemen. Auf diese Weise können sie auf sinnvolle Weise an der Gesellschaft teilhaben.

Die Forscherinnen wollen wissen, wie die Teilnehmenden und ihre informellen Betreuerinnen diese Form der Pflege erleben. Wo die Teilnehmenden früher in Pflegeeinrichtungen betreut wurden, findet die Betreuung heute hauptsächlich zu Hause statt. Dies ist nur möglich, wenn die informellen Betreuerinnen und Betreuer entlastet werden, z.B. durch die Verfügbarkeit einer geeigneten Tagesbetreuung. Gemeinsam mit den Interessenvertretern schauen wir uns die wirksamen Prinzipien und Punkte an, die Beachtung und Verbesserung verdienen und die wir gemeinsam in einen Qualitätsrahmen für die Pflegelandwirtschaft umsetzen”, sagt Hassink.

Eine sinnvolle Tagesbetreuung ist auch für zu Hause lebende Menschen mit Demenz und ihre Betreuer wichtig. Laut Vaandrager ist es nach wie vor ein Problem, etwas Passendes zu finden. Bei der Suche nach einer Kindertagesstätte landet man schnell bei Spielen und Kaffee. Viele Menschen mit Demenz profitieren tatsächlich von etwas anderem. Sie werden glücklicher, wenn sie aktiv sind, einen großen Teil des Tages draußen verbringen und selbst entscheiden, was sie tun wollen. Wir sehen, dass in der Stadt in letzter Zeit mehrere grüne Initiativen auftauchen: von der Gartenarbeit bis zur Tierpflege. Da dies eine relativ neue Art ist, den Tag zu verbringen, weiß man wenig über die Vielfalt und den Wert dieser grünen Initiativen. Das Ziel unserer Forschung ist es, die Merkmale grüner Initiativen in städtischen Gebieten zu untersuchen und herauszufinden, welche Bedeutung diese grünen Initiativen für Menschen mit Demenz und ihre Betreuer haben.

Grün und Stadtwärme

Grün sorgt auch dafür, dass wir uns an einem heißen Sommertag in der Stadt wohl fühlen. Eine gute und verstreute Menge Stadtgrün bekämpft die Stadtwärme. Die Doktorandin Wiebke Klemm untersuchte den Beitrag des Stadtgrüns zum so genannten thermischen Komfort: wie (un)angenehm sich das Zusammenspiel von Temperatur, Wind, Feuchtigkeit und Strahlung anfühlt. Ihre Schlussfolgerung ist klar: “Städtisches Grün sorgt dafür, dass wir uns ‘thermisch’ angenehm fühlen. Nach unserer Erfahrung entsprechen Wasser oder der Schatten von Gebäuden nicht dem Kühleffekt von Bäumen. Die Messdaten, die wir beim Herumfahren mit zwei Lastenfahrrädern voller Messgeräte gewonnen haben, zeigen auch, dass Grünflächen die Kühlinseln einer Stadt sind. Zehn Prozent mehr Baumbestand führen beispielsweise zu einer um mehr als drei Grad niedrigeren Strahlungstemperatur. Der Klimawandel wird die Hitze in den Städten erhöhen, und der thermische Komfort wird bei der Gestaltung von Außenräumen immer wichtiger werden”.

Grün und Raumklima

Die Luft, die wir an einem so sonnigen Tag im Freien atmen, ist oft von besserer Qualität als die Luft in Innenräumen. Es ist oft geradezu schlecht. Dies ist auf schlechte Belüftung, hohe CO2-Konzentrationen und flüchtige Substanzen zurückzuführen, die z.B. von Bodenbelägen, Wandpaneelen oder elektronischen Geräten emittiert werden. Das Sick-Building-Syndrom wurde erstmals in den 1980er Jahren erwähnt. Ungesunde Raumluft verursacht gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen oder Allergien. Projektleiterin Tia Hermans: “Gesunde Luft ist wichtig für ein gutes Lernklima für Kinder und ein gutes Arbeitsklima für Mitarbeiter. Je mehr CO2 sich in der Luft befindet, desto schwieriger ist es, es zu konzentrieren. Mit Grünpflanzen können Sie die Raumluft reinigen und die Arbeitsfreude erhöhen”.

Das Arbeiten in einer grünen Oase hat daher seine Vorteile: Es bringt Feuchtigkeit in die Luft, Pflanzen können die Luft reinigen und eine schöne Umgebung schaffen. Wageningen University & Research führte an drei Standorten Untersuchungen durch, bei denen ein Kontroll- und ein Interventionsraum verglichen wurden. Dies führte zu bemerkenswerten Ergebnissen: Nach dem Pflanzen und Aufhängen der Pflanzen verbesserte sich die relative Luftfeuchtigkeit um durchschnittlich fünf Prozentpunkte, im Winter sogar um siebzehn Prozentpunkte. Die Menschen bewerteten den Arbeitsplatz als attraktiver. Die Stimmung der Beschäftigten ist nach der Pflanzung positiver und sie sind positiver in Bezug auf ihr eigenes Funktionieren. Die Beschäftigten melden sich seltener krank – der Rückgang beträgt zwanzig Prozentpunkte – und der Erholungsbedarf der Menschen ist nach der Pflanzung unerwartet höher.

Hermans: “Diese Ergebnisse sind vielversprechend. Deshalb wird derzeit an zehn Standorten der Business Case der Einführung von Pflanzen erforscht. Schließlich können weniger künstliche Klimatisierung (Energieeinsparungen) oder eine verbesserte Mitarbeiterleistung (Arbeitsproduktivität) oder geringere krankheitsbedingte Fehlzeiten zu wirtschaftlichen Einsparungen führen. Eine grüne Büroumgebung kann auch einen Imagevorteil für ein Unternehmen schaffen und es einfacher machen, Kunden oder Mitarbeiter zu gewinnen oder Mitarbeiter zu halten. Die Ergebnisse dieses Projekts werden 2021 vorliegen”.
Gesundheitsrisiken

Neben all den Vorteilen kann die Ökologisierung des Lebensumfelds auch Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Denken Sie an den explosionsartigen Anstieg der Eichenprozessionsraupe oder die Tatsache, dass 1 von 5 Zeckenstichen bereits in der Stadt vergeben sind. Die Stadt hat auch zunehmend Probleme mit der Wasserqualität aufgrund längerer Wärmeperioden, wodurch das Problem der Blaualgen zunimmt. Forscher Bertram De Rooij: “Nicht zu vergessen, dass mehr Grün auch mehr Pollen bedeutet. In städtischen Gebieten gibt es eine starke Wechselwirkung zwischen Luftqualität und Pollen, was die Heuschnupfenprobleme verschlimmert”.

Es gibt auch indirekte Gesundheitsrisiken in und um die bebaute Umgebung, die mit der Begrünung öffentlicher Räume oder auf und um Gebäude herum zusammenhängen, wie z.B. der Brandschutz. Gemeinsam mit u.a. dem Institut für physische Sicherheit und der niederländischen Feuerwehr arbeitet Wageningen an einem integrierten Ansatz zur natürlichen Brandverhütung (Prävention), der sich nun auch auf die Beziehung zum Stadtgebiet konzentriert.

De Rooij: “Trotz der Risiken müssen wir Grünem gegenüber besonders positiv eingestellt sein. In den kommenden Jahren werden wir uns der Herausforderung stellen, die potenziellen Risiken umzukehren und sie mit den wichtigsten positiven Auswirkungen von Grünflächen zu kombinieren, um zu klaren integrierten Management- und Gestaltungsprinzipien zu gelangen. Wir wollen mehr Menschen für Grünflächen interessieren. Schließlich kann Grünfläche auf viele fantastische Arten genutzt werden”.

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Marianne

Geschrieben von Marianne

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