Selbst wenn Schutzmasken mit sogenanntem FFP2- und FFP3-Standard (sie schützen den Träger selbst vor einer Ansteckung) vorhanden sind, würden viele Apotheken sie nicht einfach an jeden Kunden abgeben. Das gehe nach Priorität, sagte Kern. Arztpraxen, Pflegedienste oder Physiotherapeuten würden bevorzugt.
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In der Coronavirus-Krise gilt in allen Bundesländern bald eine Maskenpflicht.

In allen Bundesländern Deutschlands kommt die Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr – in vielen Ländern auch für den Einkauf in Geschäften. Auch die Bundesregierung rät zum Mundschutz. Der Apotheker-Verband warnt vor Lieferengpässen. Viele Deutsche fragen sich nun: Wo kann ich eine Atemschutzmaske oder einen Mundschutz kaufen?

In Sachsen gilt schon seit Montag und in Sachsen-Anhalt seit Donnerstag eine Maskenpflicht für Geschäfte und den Nahverkehr. In Thüringen wird eine entsprechende Pflicht an diesem Freitag eingeführt. Die restlichen Bundesländer folgen in der kommenden Woche.

Viele Deutsche müssen sich jetzt eine Maske besorgen. Denn verstößt jemand gegen die Maskenpflicht in Bus, Bahn, Zug oder Handel, drohen Verweise – Kunden ohne Maske können aus dem Laden oder dem Wagenabteil verwiesen werden. In Mecklenburg-Vorpommern können auch Bußgelder verhängt werden.

Coronavirus-Krise: Wo kann ich eine Mundschutzmaske kaufen?

Die neuen Vorgaben stellen viele Bürger vor Herausforderungen – denn sowohl Atemschutzmasken, die ihre Träger vor kleinsten Partikeln und Tropfen schützen, sowie einfachere Mundschutzmasken, die andere vor Tropfen der tragenden Person schützen, sind weiterhin Mangelware in Deutschland.

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Maskenpflicht

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche... ▼

Die Bundesregierung hatte in der vergangenen Woche nur die dringende Empfehlung ausgesprochen, den Bundesländern ging das aber nicht weit genug: Mittlerweile haben sämtliche Länder eine Maskenpflicht angekündigt oder bereits eingeführt. Die Regelungen der einzelnen Bundesländer unterscheiden sich etwas. Aber ohne Mund-Nasen-Maske oder zumindest einen Schal darf man spätestens ab Mittwoch (29. April) nicht mehr Bus und Bahn fahren oder in den meisten Bundesländern auch nicht mehr zum Einkaufen gehen.

Wie wird kontrolliert, ob die Maskenpflicht eingehalten wird?

Auch hier sind die Regelungen in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Während in Berlin erst mal keine Kontrollen geplant sind und damit auch kein Bußgeld droht, ist man in Bayern streng. Laut Staatskanzleichef Florian Herrmann werden sowohl Polizei als auch das Personal in Bussen und Bahnen die Einhaltung der Maskenpflicht kontrollieren. Wer sich nicht daran hält, der muss ein Bußgeld von 150 Euro zahlen. Im Einzelhandel werden die Geschäfte die Kontrolle selbst übernehmen und ihre Kunden bei entsprechenden Einlasskontrollen am Eingang auf die Maskenpflicht hinweisen.

Welcher Mundschutz wird gegen das Coronavirus empfohlen?

Für die Empfehlung von Bund und Ländern reichen alle Masken, die Mund und Nase bedecken. Auch ein einfacher Mundschutz wie selbst genähte Stoffmasken oder Schals sind somit ausreichend. Zertifizierte FFP-Masken oder OP-Masken sind nicht nötig und sollen dem Personal in Pflege- und Gesundheitseinrichtungen vorbehalten bleiben.

Wie trage ich einen Mundschutz richtig?

Vorweg: Da es sich nicht vermeiden lässt, sich vor dem Aufsetzen der Maske ins Gesicht zu fassen, sollten die Hände vorher gründlich mit Seife oder Desinfektionsmittel gereinigt werden. Während die Maske im Gesicht sitzt, sollte man sie möglichst nicht berühren. Falls dies passiert, Hände waschen oder desinfizieren, da sich an der Maske möglicherweise Erreger sammeln.

Eine Maske muss Mund und Nase bedecken, übers Kinn gezogen und eng angepasst werden, sodass keine Lücken zwischen Gesicht und Maske bleiben. Bei Masken mit Nasendraht ist das einfacher, da sie sich an die Gesichtsform anpassen, indem man den oberen Rand behutsam gegen Nase und Wangen drückt.

Masken mit Falten werden so getragen, dass die Faltenrücken nach unten zeigen, empfiehlt das Portal #MaskeZeigen. So sammeln sich weniger Pollen und Staubpartikel darin.

Wie gut schützen einfache OP-Masken?

Der auch als chirurgische Maske bezeichnete Mund-Nasen-Schutz wird in Krankenhäusern und Arztpraxen verwendet. Er besteht aus mehreren Lagen Papier und Vlies, wird hinter den Ohren fixiert und soll vor Erregern und Sekrettröpfchen schützen. Diese Masken halten größere Partikel ab, verfügen aber nicht über geeignete Filter, um vor Viren zu schützen. Der Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 ist daher gering. Diese Masken dürfen nur ein Mal getragen werden.

Welchen Schutz bieten Tücher, Schals oder selbst genähte Masken?

Solche Stoffe können ebenfalls einen gewissen Schutz bieten. Sie stellen eine Barriere dar, die verhindert, dass eigene Sekrettröpfchen mit Wucht in die Umgebung geschleudert werden. Auch Erreger von außen gelangen auf diese Weise nicht ungehindert in Mund und Nase. Einen sicheren Schutz vor Ansteckung bieten diese Masken allerdings nicht.

Warum sollte man dennoch eine einfache Maske tragen?

Lange empfahlen Gesundheitsexperten Masken nur für Personal in Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Das Robert-Koch-Institut und die WHO gaben zu bedenken, das kollektive Tragen von Masken könne womöglich ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen und dazu führen, "dass die Abstandsregel nicht mehr eingehalten oder die Handhygiene nicht mehr umgesetzt wird".

Inzwischen haben sich die Gesundheitsexperten jedoch darauf verständigt, dass Masken auf jeden Fall die Infektionsgefahr verringern - und zwar für andere Menschen, weil dadurch Tröpfchen beim Sprechen, Niesen oder Husten aufgefangen werden.

Beim Niesen oder Husten, ohne dass die Ellenbeuge vor den Mund gehalten wird, können Tröpfchen mit 180 Kilometer pro Stunde in die Umgebung geprustet werden und weiter fliegen als den Mindestabstand von zwei Metern. Auch wer sich eine einfache Maske umbindet, verhindert damit, dass sich die Viren ungebremst weiterverbreiten.

Was versteht man unter FFP-Masken und welche Eigenschaften haben sie?

Diese Atemschutzmasken, die auch als "filtrierende Halbmasken" bekannt sind, wirken besser als ein Mund-Nasen-Schutz. Sie verringern den Anteil infektiöser Tröpfchen in der eingeatmeten Luft. FFP steht für "Filtering Face Piece". Sie gelten als medizinischer Standard für die Behandlung von Covid-19-Patienten und halten Viren und andere Erreger oder Schadstoffe ab. Es gibt sie in drei Filterklassen: FFP, FFP2 und FFP3, die sogar vor krebserregenden oder radioaktiven Partikeln schützt.

Weil der Filter sehr dicht ist, fällt das Atmen jedoch schwer, daher kann sie nur für kurze Zeit getragen werden und ist für Asthmatiker, Menschen mit chronischer Lungenerkrankung oder auch Panikpatienten nicht geeignet. FFP-Masken sollten aber ohnehin Klinik- und Pflegepersonal vorbehalten sein.

Was, wenn ich Atemnot bekomme oder aus anderen Gründen keine Maske tragen kann?

Personen, die leicht Atemnot oder Panikgefühle entwickeln, können beim Aufsetzen eines Mund-Nasenschutzes Probleme bekommen, selbst bei Masken aus dünnem Material. In einigen Bundesländern wie Hessen und Niedersachsen sind Menschen, die aufgrund medizinischer oder psychischer Beeinträchtigung nicht in der Lage sind, eine Mund-Nasen-Abdeckung zu tragen und dies entsprechend durch eine ärztliche Bescheinigung nachweisen können, von der Maskenpflicht befreit.

Eine offizielle Erklärung dazu gibt es bisher nicht. Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) hat sich zur Klärung an ärztliche Fachgesellschaften und Verbände sowie das Robert-Koch-Institut gewandt, um zeitnah eine Einschätzung zu erhalten.

Sollen Kinder auch Masken tragen?

Auch hier sind die Regeln in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich, weil sich gar nicht alle dazu geäußert haben. In Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen sind Kinder unter sechs Jahren von der Maskenpflicht befreit. Experten raten, bei Kindern bis zum Vorschulalter auf Masken zu verzichten und lieber auf entsprechende Hygiene zu achten, vor allem regelmäßiges Händewaschen und entsprechenden Abstand.

Wie verhindere ich, dass die Brille beschlägt?

In Stoffmasken lassen sich Nasendrähte in den oberen Rand einnähen, dazu eignen sich zum Beispiel die Metallstreifen von Aktenordern oder Gartendraht. So lässt sich der Saum besser ans Gesicht drücken und die Lücke schließen, aus der die warme Atemluft sonst entströmt.

Wo kann man einen Mundschutz kaufen?

In Apotheken oder im Sanitätsfachhandel sind die Masken wegen der hohen Nachfrage häufig ausverkauft, doch die meisten Läden werden fast täglich beliefert, und man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen. Einige professionelle Anbieter im Internet nutzen den Mangel für überhöhte Preise. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn kürzlich erklärte, hätten Masken vor der Krise zwischen sechs und 17 Cent das Stück gekostet. Inzwischen bezahlen Kunden zwischen fünf und zehn Euro. Viele Apotheken lassen mittlerweile - neben ihrem Angebot an Einwegmodellen - auch Masken nähen.

Viele Schneidereien bieten selbst genähte Masken direkt an, vor allem auf eigenen Blogs oder über entsprechende Initiativen im Netz.

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Marianne

Geschrieben von Marianne

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