Holland, Coronavirus und Antikörper Test
in

Viele Einwohner von Kessel besitzen Antikörper gegen das Coronavirus

Viele Bewohner des Limburger Kessels haben in ihrem Körper Antikörper gegen das Coronavirus. Das sagt die Stiftung IMtest auf der Grundlage der ersten Ergebnisse eines großen Immuntests. Das Dorf ist eine der am stärksten betroffenen Gemeinden in den Niederlanden.

Für den Test bewarben sich 853 Personen aus Kessel und Umgebung. Ein Test kostet 70 Euro, berichtet 1Limburg. Der Test in Kessel ist der erste große Immuntest in Limburg.

“Unsere erste Bestandsaufnahme zeigt, dass der Prozentsatz der Menschen mit Antikörpern sehr hoch ist”, sagt Dorien van Doorn gegenüber dem Limburger Rundfunk. Sie ist Vorsitzende der Stiftung IMtest.


Antikörper ist sehr hoch

Sie kann und will den genauen Prozentsatz dieser ersten Testrunde nicht angeben. “Wir haben nur 500 Personen aus der Region Kessel getestet”, sagt Van Doorn.

Die erste Testrunde besteht aus einem Fingerstich. Wenn die Tester anhand dieses Fingerstichs erkennen, dass jemand Antikörper produziert hat, wird zur Kontrolle ein Blutröhrchen entnommen.

Konkrete Zahlen

Wenn der Körper Antikörper produziert, ist die Person mit dem Coronavirus infiziert worden. Inwieweit und vor allem wie lange Sie noch immun sind, ist noch unklar.

Die Stiftung rechnet damit, alle Testergebnisse innerhalb von zwei Wochen verarbeitet zu haben. Die konkreten Zahlen werden dann folgen.

Mit Antikörpern gegen das Coronavirus?

Bayern im Corona-Frühling. Die ersten Lockerungen... ▼

Bayern im Corona-Frühling. Die ersten Lockerungen und die Frage: Wie kriegt man die Lockdown-Pfunde wieder los? Reporter Fero Anderson fragt: Wie geht es den Bayern im Alltag? Stress pur. Er spricht mit jungen Risikopatienten und begibt sich auf die Spur einer seltenen Kinderkrankheit, die in Corona-Hotspots gehäuft auftritt. Heute in GESUNDHEIT! extra: Corona: Wie sieht der neue Alltag aus? Die Themen: Lunge und Herz: Was sind die Folgen von Covid-19? Einmal krank, dann immun? Noch ist das unklar. Zahnarztbesuch: So wird das Ansteckungsrisiko minimiert. Herzlich willkommen bei GESUNDHEIT!. Spüren Sie das auch? Die Menschen atmen ein Stück weit auf. Sie gehen einkaufen, und sogar die Friseure haben wieder geöffnet und befreien uns von den lästigen Mähnen. Gleichzeitig müssen wir uns Gedanken darüber machen: Wie weit dürfen wir gehen, um die Gesundheit nicht aufs Spiel zu setzen? V.a. dann, wenn es um unsere Kinder geht. Familien mit Kindern sind ja ganz besonders vom Lockdown betroffen. Als ich kurz vor den Lockerungen mit Eltern gesprochen habe, lagen die Nerven oft blank. Klar ist es stressig. Wir können halt keine anderen Kinder treffen. Für die Mäuse wär's besser, wenn's weitergeht. Uns vermissen die Lehrer und Freunde, und wir sie auch. Jetzt sind also Spielplätze auf, und die Kinderbetreuung wird langsam wieder hochgefahren. Natürlich haben wir uns gefreut. Ich hab Freudentränen geweint. Wirklich. Es ist wieder normaler. Man hat eine Alternative zum Fahrradfahren oder Spazierengehen. Der Kleine kann auch auf den Spielplatz. Ich kann die Sehnsucht der Eltern nur allzu gut verstehen, ich bin selber Papa, aber deshalb frage ich mich auch: Ist Corona wirklich so ungefährlich für unsere Kinder? Kinder sind wohl genauso ansteckend wie Erwachsene. Aber seit Kurzem häufen sich auch Berichte, dass eine mysteriöse Kindererkrankung mit Corona in Verbindung stehen könnte. Auf den Kinderstationen des Klinikums Großhadern trifft man viele Eltern, die sich wegen Corona ohnehin große Sorgen um ihre Kleinen machen. Wie Familie Kawalek. Wir waren vorsichtig, wir wollten sie auf keinen Fall anstecken. Unsere Söhne sind daheim. Unsere Söhne sind schon erwachsen. Wenn die das Haus verlassen, müssen die draußen bleiben oder dürfen nicht mehr heimkommen, weil ich Angst hatte, dass sie sich anstecken. Kerstin hat einen angeborenen Herzfehler. Gerade hat sie eine neue Herzklappe bekommen. Wegen Corona musste die OP, wie viele andere, zunächst verschoben worden. Eine Belastung. Sie war daheim so erschöpft, ständig war ihr schlecht, schwindlig, Kopfschmerzen. Ihr Zustand wurde immer schlechter. Einerseits wollten wir den Schutz der Patientin, sie ist eine Hochrisiko-Patientin für eine Covid-19-Infektion, aber wie lange kann man hier noch warten? Jetzt geht es Kerstin schon viel besser. Die ganze Familie ist optimistisch. Puppe. Tschüss, Kerstin. Aktuell bereiten Meldungen aus den USA Sorge. Das seltene Kawasaki-Syndrom könnte bei Corona-positiven Kindern gehäuft auftreten. In New York gibt es rund 80 Fälle, drei Kinder sind dort gestorben. Dr. André Jakob ist einer der wenigen Spezialisten für die Entzündungskrankheit, die oft die Herzkranzgefäße betrifft. Bei diesen Kindern können die Gefäße aufgehen wie ein Hefekuchen. Die kriegen sog. Aneurysmen, diese Herzkranzgefäße, was schlimmstenfalls den Verschluss des Gefäßes bedeuten kann. Dann haben diese Kinder im frühen Kindesalter einen schweren Herzinfarkt. Kawaskifälle gab's immer, die wird's auch immer geben. Aber plötzlich haben wir ein Cluster von Fällen, mehrere Fälle zur gleichen Zeit auf engem Raum. Da wird man hellhörig. Jetzt soll eine Studie Klarheit schaffen. Sicher ist: Das Kawasaki-Syndrom betrifft bisher weltweit nur sehr wenige Kinder. Schulöffnungen könnten für die Verbreitung des Virus insgesamt dagegen einen großen Effekt haben. Ich fänd's vernünftiger, wenn alles noch zubleiben würde. In der kurzen Zeit können wir den Virus noch nicht behoben haben, das geht einfach nicht. Gleich schauen wir uns an, wie unser Alltag von der Pandemie durcheinandergewirbelt wird. Gerade wenn es ums Einkaufen geht. Bei schweren Verläufen von Covid-19 kann es zu Folgeschäden kommen. Die Lunge, aber auch andere Organe können betroffen sein. Sein Leben hing an einem seidenen Faden. Ich hab das Gefühl gehabt, jetzt geht kein einziger Schnauferer mehr. Erwin Höpfl war schwer am Coronavirus erkrankt. Ich war kurz vorm Ende. In der Klinik Schongau kämpfte Atemtherapeutin Manuela Mußbach um sein Leben. Es ging ihm sehr schlecht, er hatte hohes Fieber und Husten. Die Klinik Schongau und speziell die Frau Mußbach haben mir das Leben gerettet. Was Covid-19 zu einer so tückischen Krankheit macht, ist, dass sie schnell übertragbar ist. Viren aus dem Rachenraum springen leicht über. Gefährlich wird es, wenn diese in die Lunge übergehen. Dann kann es zu lebensbedrohlichen Verläufen kommen: Lungenentzündung, Krankenhaus, künstliche Beatmung. Erwin Höpfl dachte zunächst an eine Bronchitis, wollte nicht ins Krankenhaus. Doch der Hausarzt ließ ihm keine Wahl. Gerade noch rechtzeitig kam er in der Klinik an. Da ist es dann schlagartig schlechter geworden. In der Lungenfachklinik in Donaustauf beschäftigt sich Chefarzt Prof. Michael Pfeifer mit diesem Phänomen. Anders als bei einer klassischen Lungenentzündung sammelt sich bei Covid-19 zu Beginn der Krankheit nur wenig Flüssigkeit in der Lunge. Am Anfang sehen wir bei diesen Patienten mehr Milchglas. Die Lunge ist eben noch nicht so geschädigt. Wir sehen, dass sehr viel gesundes Lungengewebe und Lungenvolumen noch vorhanden ist. Deswegen ist die Dehnbarkeit der Lunge bei diesen Patienten zu Beginn der Erkrankung noch nicht eingeschränkt. Doch das kann sich schlagartig ändern. Dann entstehen Konsolidierungen. Wie etwa Entzündungen, die den Gasaustausch erschweren. Warum aber verschlechtert sich der Zustand beim einen plötzlich massiv und beim anderen nicht? Das ist die Gretchenfrage, wir wissen es nicht. Wir wissen, dass es wohl auch genetische Faktoren gibt, warum der eine mehr empfänglich ist als der andere. Es wird auch diskutiert, ob die Menge der Viren, die zu Beginn zur Infektion geführt hat, bei dem einen viel höher war als bei dem anderen. Und es hängt natürlich auch mit der persönlichen Konstitution des Patienten zusammen. Das Verrückte ist: Patienten nehmen ihren Zustand oft gar nicht als bedrohlich wahr. Sie verspüren keine Atemnot, sagt Dr. Florian Armor, Oberarzt auf der Intensivstation in Schongau. Dabei sind ihre Sauerstoffwerte bereits alarmierend. Grund könnte sein, dass das Virus die kleinsten Gefäße der Lunge befällt. Das verhindert, dass eine ausreichende Sauerstoff- Zufuhr zum Blut stattfinden kann. Aber die Lunge an sich, das Gerüst, ist noch "gesund". Das heißt, der Körper sagt: "Ich brauche Sauerstoff, atme." Und der Patient atmet. Und der atmet dann 30-, 40-mal die Minute. Und er schafft es auch, das Volumen zu erreichen, das der Körper ihm vorgibt. Deswegen kommt die Rückmeldung: "Das passt eigentlich." Deswegen haben die Patienten wahrscheinlich keine Atemnot. Als Erwin Höpfl in die Klinik kam, war sein Zustand bereits sehr schlecht. Eigentlich hätte er künstlich beatmet werden müssen. Doch das ging nicht. Ich wollte nicht auf die Intensivstation, das steht auch in meiner Patientenverfügung. Das ist eine persönliche Einstellung, wie man sich sein Lebensende vorstellt. Ich stell mir das nicht vor an einer Maschine in einem Krankenhaus. Punkt. Statt künstlicher Beatmung erhielt Höpfl Sauerstoff über ein High-Flow-Gerät, das ihn beim Atmen nur unterstützte. Doch sein Zustand blieb schlecht. Atmungstherapeutin Manuela Mußbach kümmerte sich fortan um den Patienten, der immer schlechter Luft bekam. Wir legen dann die Hand z.B. hier auf die Schulter. Das ist ein bisschen esoterisch für die Leute, gerade für Männer: "Versuchen Sie den Atem in diese Schulter zu lenken." Das hat ihm gutgetan. Und dieses High-Flow-Gerät, das ihm die Atemlast genommen hat. Zu welchen Langzeitschäden eine Corona-Infektion führen kann, will Prof. Pfeifer anhand einer Studie herausfinden. Dafür sollen Patienten wie Bernhard Seubert wiederholt nachuntersucht werden. Ich bin froh, dass ich's überlebt hab. Wenn man da drin ist, wenn man zwischen den Geräten drin ist, ist man im Endeffekt ein Hautfetzen. 16 Tage lang musste der 55-Jährige künstlich beatmet werden. Dieses lebenserhaltende Intubieren kann unter Umständen zu Lungenschäden führen. Folgen der Covid-Erkrankung können Lungenfibrosen, Embolien oder Thrombosen sein. Erste Obduktionen deuten darauf hin. Gesicherte Langzeitbeobachtungen fehlen. Klar ist inzwischen, dass Covid-19 den ganzen Körper betrifft und z.B. wie Herz oder Gefäße schädigen kann. Das ist ein Phänomen, was noch nicht verstanden ist. Aber was in den ganzen Untersuchungen aufgefallen ist, dass sehr wahrscheinlich das Gefäßsystem, oder die Erkrankung oder die Schädigung des Gefäßsystems, eine wesentliche Rolle spielt. Was wir nicht wissen, ist, ob diese Schädigung direkt durch den Virus induziert wird oder durch die schwere Entzündungsreaktion, die der Virus durch seine Infektion im ganzen Körper auslöst. Weil man noch zu wenig über das neue Virus weiß, starten gerade viele Studien. Am Klinikum Stuttgart etwa wollen Radiologen anhand von CT-Bildern mögliche Langzeitfolgen erforschen. Erwin Höpfl ist auf dem Weg der Besserung. Hochalpine Wanderungen, wie damals, als er noch für die Nepalhilfe unterwegs war, wird er wohl nicht mehr machen. Es langt ja, wenn man noch auf eine Hütte gehen kann. Wir haben unseren Stammtisch z.B. auf einer Berghütte. Das wär schon schön, wenn ich da wieder hingehen könnt. Für den Heilungsprozess ist das vermutlich keine schlechte Idee. Nicht nur geschlossene Kitas und Schulen stellen Eltern vor Herausforderungen. Auch die Themen "Essen" und "Einkaufen" sind sehr heikel. Das kriegt auch Familie Römer mit. Lange Schlangen am Wochenmarkt in Pfaffenhofen und Maskenpflicht. Das gab's früher nicht. Ein bisschen was hat sich schon verändert, der Mundschutz. Man hat ohne Maske bessere Luft. Der Xaver hat Glück, der muss noch keine tragen. Okay. Überhaupt war Einkaufen früher viel leichter. Der Korb wird nachher schön prall gefüllt sein. Wir kaufen einmal für die ganze Woche ein, damit wir nicht zu viel rausmüssen. Ja, es finden alle Mahlzeiten zu Hause statt, nicht wie früher in Arbeit, Schule oder Kita. Drum heißt es beim Einkauf: Salat und Paprika. Lieber klotzen statt kleckern. Immer mehr füllt sich der Korb. Zum Abschluss gibt's was für die Kids auf die Hand. Danke. - Eine Mini-Banane. Weiter geht's zum Käsestand. Auch da darf's jetzt einfach ein bisschen mehr sein. Die Jungs mögen am liebsten Emmentaler. Und, wie viel von dem Stück nehmen wir? Das ganze Stück. Nicht übertreiben! Die Römers kaufen am liebsten am Wochenmarkt. Weil's frische Sachen aus der Region gibt. Aber ist nur frisch auch wirklich gesund? Was, wenn man etwas Haltbares für die Vorratskammer möchte? Sind Konserven immer gleich schlecht? Ernährungsexpertin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern nimmt mich mit in den Supermarkt. Die Tomatendose ist ein ganz tolles Beispiel: Da liefert die Dose mehr Inhaltsstoffe als frische Tomaten. Dieses Lykopin, das als krebsvorbeugend gilt, das ist verstärkt in den verarbeitenden Produkten. Auch Fisch aus der Konserve kann gute Seiten haben. Man hat hier wahnsinnig viele Omega-3-Fettsäuren. Und ein nachhaltiges Produkt, weil Hering nicht überfischt ist. Und Tiefkühlgemüse hat oft besonders viele Vitamine. Manches Einweckglas wird dagegen zur Zuckerfalle. Wie dieser Rotkohl mit über 50 Gramm Zucker pro Glas. 20 Würfelzucker! Das ist für mich eher ein Kuchen als Gemüse. Jetzt in der Krise steigt auch der Umsatz von Alkohol und von Dickmachern wie Süßigkeiten und Chips. Gleich geht es darum, wie schwer es sein kann, im Lockdown in Form zu bleiben. Ist jemand, der eine Corona-Infektion überstanden hat, immun? Forscher wollen mithilfe von Antikörper-Studien mehr herausfinden. Über fünf Wochen hat Eva Frisch gegen das Coronavirus gekämpft. Fieber, Husten, Schwindel, Gliederschmerzen. 32 Tage lebte sie mit ihrer Familie in Quarantäne. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal so krank war. Das hat meiner Familie, meinen Kindern Angst gemacht, mir Angst gemacht. Wir haben das noch nie so erlebt als Familie. Seit vier Wochen hat sie es geschafft, ihr Corona-Test ist negativ, die Quarantäne aufgehoben. Im Winter war ich zum letzten Mal auf der Straße, und plötzlich ist es Frühling. Wir hoffen natürlich, dass wir immun sind. Also ich, und natürlich die ganze Familie. Aber wir wissen es natürlich nicht. Können Menschen immun gegen das Coronavirus werden? Die WHO hat davor gewarnt, Genesenen sog. Immunitätsausweise auszustellen. Und aus Südkorea kam die Nachricht, dass einige Patienten nach ihrer Entlassung aus der Klinik erneut positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Was steckt dahinter? Können sich genesene Covid-19-Patienten erneut infizieren? GESUNDHEIT! fragt nach bei Forschern und Medizinern. So ganz genau kennen wir die Immunität gegen dieses neue Coronavirus nicht. Man sollte zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, dass eine Immunität lange anhält, ohne wirklich Daten dafür zu haben. Ein großer Teil der Menschen, die sich in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert haben, ist bereits wieder genesen. Sind sie jetzt immun? Um das herauszufinden, vergleichen Forscher das Coronavirus u.a. mit Erkältungsviren und dem ersten SARS-Coronavirus, erklärt Prof. Ulrike Protzer aus München. Da war es schon so, dass die Immunität länger anhaltend war. Also mindestens drei Jahre. Und dann gibt es Experimente aus Rhesusaffen, und man konnte keinen einzigen dieser Affen wieder infizieren. Deswegen glauben wir schon, dass es eine Immunität gibt. Die Immunität erforschen sie mithilfe von Antikörpertests. Dabei messen sie die Menge der Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. Pfleger Tonci Lovrenovic kommt heute zum Test. Ihn hat das Coronavirus im März erwischt. Ich möchte gerne wissen, ob ich geschützt bin. Und für wie lange. Und ob ich für die anderen ansteckend bin. Am Klinikum rechts der Isar in München soll jeder der fast 7000 Mitarbeiter jetzt einen Antikörpertest machen. Über zwei Jahre lang will das Team um Prof. Paul Lingor und Prof. Percy Knolle jeden rund viermal testen. Wir haben bisher nur Angaben zur humoralen Immunität. Das sind die Antikörper, die wir jetzt messen. Aber wir müssen in weiteren Untersuchungen noch untersuchen, ob auch andere Teile des Immunsystems, wie die sog. T-Zellen, ob auch diese Zellen gegen das Virus vorhanden sind. 150 Tests schaffen die Ärzte pro Tag. In etwa vier Monaten soll jeder Mitarbeiter einmal getestet sein. Wir wollen langfristig nachweisen, wie viele von diesen Mitarbeitern im Verlauf der nächsten Monate noch zusätzlich Antikörper entwickeln. Und ob sie diese Infektion nicht bemerkt haben und dadurch unbemerkt weitergeben konnten. Doch wie können Antikörper Viren überhaupt bekämpfen? Bei einer Infektion startet das Immunsystem seine Abwehrmechanismen. Es bildet u.a. passende Antikörper. Fängt man sich das Virus erneut ein, erinnert sich das Immunsystem daran und bekämpft den Erreger mit den Antikörpern. Was bedeuten also die Meldungen aus Südkorea? Ist das Immunsystem bei SARS-CoV-2 überfordert? Viele Menschen haben Probleme, dieses Virus auf einen Schlag und schnell loszuwerden. Das ist der große Unterschied zu den normalen Erkältungsviren. Hier braucht unser Immunsystem länger. Wir haben es tatsächlich häufiger, dass wir Patienten haben, die eigentlich schon Abstrich-negativ sind, aber dann wieder positiv werden. Das kann mal 30 Tage, im Extremfall sogar bis 50 Tage anhalten, bis man das Virus wirklich los ist. Die ersten bayerischen Patienten hat Prof. Clemens Wendtner am Klinikum Schwabing untersucht. Von ihnen haben alle noch Antikörper im Blut. Allein durch den Nachweis von neutralisierenden Antikörpern haben wir Hinweise für eine sog. passive Immunisierung. Man kann neutralisierende Antikörper aus Patienten, die Covid-19 durchlebt haben, durch eine sog. Plasmapherese extrahieren. Das heißt: Ärzte gewinnen Blutplasma aus dem Blut von Genesenen. Sind darin genügend Antikörper vorhanden, können sie das Plasma auch bei schwer kranken Patienten einsetzen, erklärt Dr. Offner von der Uniklinik Regensburg. Die Anwendung ist nicht komplizierter als die Anwendung von therapeutischen Plasmen allgemein. Anfang April haben die Mediziner in Regensburg mit der Plasmagabe begonnen. Über 30 schwer erkrankte Corona-Patienten haben es bisher bekommen. Die Behandlung ist noch nicht anerkannt, sondern gilt als individueller Heilversuch, erklärt Anästhesist Prof. Graf. Wir wissen weder den geeigneten Zeitpunkt, wann wir es geben sollen, noch wissen wir, wie oft wir es geben sollen. Was wir uns auf jeden Fall sagen trauen: Es schadet nicht. Wir haben bisher keine negativen Effekte gesehen. Wir haben durchaus Einzeleffekte, wo nach dieser Gabe die Eigenproduktion von Antikörpern angesprungen ist. Auch Eva Frisch würde gerne Blutplasma spenden, um damit anderen Erkrankten zu helfen. Dass sie selbst immun ist, darauf setzt sie noch nicht. Wir schützen uns trotzdem, weil ich es nicht weiß. Ich will es auch nicht mehr haben. Mit Antikörpern gegen das Coronavirus: Ob das langfristig und bei schwer erkrankten Patienten funktioniert, werden die Studien erst noch zeigen. Für viele Menschen sind so einige Kilo zu viel ein unangenehmer Nebeneffekt der Pandemie. Auch für Martin Kandlbinder. Er ist Koch und Restaurantbesitzer in Ponholz bei Regensburg. Wie ist die Situation im Moment? Steigst du auf die Waage? Auf die Waage stell ich mich nicht. Ich glaub, das frustet mich zu sehr. Vor zwei Jahren habe ich Martin kennengelernt. Damals wollte er mit ärztlicher Betreuung abnehmen. Unter 100 Kilo war das Ziel. Heute ist er wieder bei über 130. Es ist davor schon sehr schwierig gewesen. Aber jetzt ist es noch schwieriger, weil die Nerven noch mit reinspielen. Diese Ungewissheit, wo man halt Angst hat: Kann man's finanziell stemmen? Was Martin so viele Sorgen bereitet: Seine Wirtschaft ist seit Wochen geschlossen. Zwar kann er sich mit Essen to go ein bisschen über Wasser halten, aber der Großteil des Geschäfts ist wegen Corona über Nacht weggebrochen. Und in so einer Situation verfällt man eben leicht in schlechte Essgewohnheiten. Schokoriegel, Kekse. Oder auch mal eine Packung Chips. Das sind halt dann schon die richtig heftigen Geschichten. Ab nächster Woche darf die "Einkehr zur alten Post" wieder aufmachen. Zunächst nur draußen. Hoffnung, die Verluste wieder reinzuholen, hat er kaum. Nachholen können wir's nicht, wir haben kein Nachholgeschäft. Es kommt ja kein Gast, der fünf Rinderfiletsteaks isst, weil er fünf Wochen nicht da war. Ich drücke Martin die Daumen, dass er es schafft, trotz aller Unsicherheiten das Abnehmen wieder anzufangen. Gleich sehen wir, wie ernst die Menschen das mit dem Sicherheitsabstand noch nehmen. Viele Patienten vermeiden es derzeit, zum Zahnarzt zu gehen, aus Angst vor Ansteckung. Wie sieht das Risikomanagement in den Praxen aus? Sicherheitsabstand von 1,5 Metern? Tröpfchen vermeiden, da in ihnen das gefährliche Virus steckt? Zahnärzte können diese Regeln schlicht und ergreifend nicht einhalten. Das fängt schon bei der einfachen Zahnreinigung an, bei der es meistens ordentlich spritzt. Wir haben Ultraschallgeräte, Pulverstrahlgeräte, mit denen man die Oberflächen sauber macht und die Verfärbungen wegnimmt. Das ist im Moment ein No-Go. Denn sie erzeugen sog. Aerosole. Diese feinen Sprühnebel sind das größte Problem. Über sie könnte sich der Erreger von einem Corona-infizierten Patienten her ausbreiten und vom Behandlungsteam eingeatmet werden. Das Wichtigste deshalb: die passende Schutzausrüstung. Doch diese FFP2- oder FFP3-Masken waren zu Beginn der Pandemie kaum zu bekommen. Selbst einfacher Mund-Nasen-Schutz war ausverkauft. Doch ohne diesen dürfen Zahnärzte überhaupt nicht arbeiten. Weil die nötige Schutzausrüstung fehlte, mussten laut Kassenzahnärztlicher Vereinigung knapp 300 der etwa 8000 Praxen in Bayern vorübergehend den Betrieb einstellen. Dr. von Knörzer hatte geöffnet, doch nur für akute Schmerzfälle. Das Wartezimmer: leer. Momentan arbeitet er ca. 50%. Mit einem neuen Sicherheitskonzept wird der Betrieb jetzt wieder hochgefahren. Wir haben langsam laufende Geräte, wir können Zahnreinigung auch mit der Hand machen. Das dauert natürlich ein bissel länger. Aber dass wir generell nicht behandeln können, das ist nicht so. Wir müssen halt umstellen. Momentan wird nur nach telefonischer Voranmeldung und Abfrage des Gesundheitszustands behandelt. Die größte Angst bleibt aber: Dass ein noch symptomfreier, aber ansteckender Patient auf dem Behandlungsstuhl sitzt. Bei ihm ist das ganz anders: Dr. Loibl weiß, dass er sich für den nächsten Einsatz besonders gut schützen muss. Wir bereiten uns gerade auf die Behandlung eines Corona-positiven Patienten vor. Der Landkreis Altötting wollte eine einheitliche Regelung für die zahnärztliche Versorgung von Corona-Patienten. Dafür wurde eine stillgelegte Praxis wieder in Betrieb genommen. Ich glaube, das ist eine optimale Lösung. Ich bin froh, aber auch von meinen ganzen Kollegen hab ich positiven Zuspruch bekommen, weil sie froh sind, dass sie Corona-positive Patienten nicht in die eigene Praxis bekommen. Damit die keinen Kontakt haben mit normalen Patienten. Und die Patienten sind auch froh. Sie wissen, da werden sie gut versorgt. Die infizierte Patientin wird hier gleich in voller Schutzmontur behandelt. Wir haben bloß gehört, dass sie Fieber hat. Und anscheinend eine kleine Schwellung oder einen Abszess. Wir schauen gleich, woher das kommt. Jetzt wird es ernst: Die Patientin, eine Krankenpflegerin, hat sich bei ihrer Arbeit mit dem Coronavirus infiziert. Die Herausforderung für das Praxisteam: Der Patientin helfen, ohne sich selbst zu gefährden. Der Zahnarzt arbeitet lediglich mit Handinstrumenten, um Aerosole zu vermeiden. Natürlich schwingt unterbewusst ein wenig Angst mit, aber wir sind top geschützt, besser geht es nicht. Also machen wir uns keine so großen Gedanken. Nach einigen Minuten ist die Ursache für die Schmerzen behoben, die Patientin erleichtert. Ja, auf jeden Fall. Vor allem, dass ich schnell einen Termin bekommen hab, darüber bin ich sehr froh. Und auch der Arzt ist zufrieden. Hat eigentlich funktioniert wie immer. Es ist nur ein bissel mühsamer, weil's unter den Schutzmaßnahmen einfach warm wird. Nach der Behandlung kommt ein für 10.000 Euro vom Landkreis angeschafftes Gerät zum Einsatz. Es desinfiziert den gesamten Raum, sodass sicher ist, dass auch der nächste Einsatz hier ohne Gefahr für die Ärzte stattfinden kann. Zurück in der normalen Zahnarztpraxis von Dr. von Knoerzer. Auch hier ist die Hygiene noch wichtiger geworden, als sie vor Corona ohnehin schon war. Wir wischen nach jedem Patienten mit Desinfektionsmittel komplett überall drüber, was man sonst nicht musste. Es wird der Boden desinfiziert, was sonst nicht unbedingt in einer Zahnarztpraxis notwendig wäre. Aber wir haben überall noch mal eins draufgesetzt. Zahnärzte müssen natürlich immer sorgfältig arbeiten, denn schon länger gibt es andere Viren wie HIV oder Hepatitis. Der unsichtbare Feind ist immer ein großer Gegner, und ganz wohl ist einem nicht. Man ist halt umsichtiger und passt noch mehr auf als sonst. So können Zahnärzte auch weiterhin für ihre Patienten da sein. Zum Schluss mache ich mich jetzt noch einmal auf und prüfe nach, wie es um den Mindestabstand steht. Ob ich Regelverstöße finde? Z.B. in den Warteschlangen. Hier wären es 1,50 Meter. Das ist schon eine ganze Menge. Aber die beiden halten ja gar keinen Abstand. Wir leben im gleichen Haus. Wir schlafen auch in einem Bett. Na dann braucht's natürlich keinen Abstand. Überhaupt ist zwar viel los, aber die meisten Menschen hier sind doch ganz diszipliniert und geben sich Mühe mit den Regeln. Die Leute haben gelernt, dass man ein bissel warten muss. Sie haben wieder Geduld, nimmer so wie früher. Sie haben wieder Geduld, das ist das Schöne. Am Wochenende sah es in München leider ganz anders aus. Eine Demo, bei der sämtliche Infektionsschutzmaßnahmen missachtet wurden. In Zukunft soll so etwas unterbunden werden. Eigentlich war die Polizei in den vergangenen Wochen nur mit wenigen krassen Verstößen konfrontiert. Tatsächlich ist unsere Erfahrung eine gute. Die Bevölkerung hat sich darauf eingestellt. Wo keine Einsicht ist, ein Wiederholungsfall vorliegt oder der Verstoß entsprechend krass ist, müssen wir den Verwarnungsblock zücken und eine Anzeige schreiben. Der Verwarnungsblock wäre hier kaum nötig gewesen. Im Supermarkt habe ich nur wenige Abstandssünder entdeckt, trotz vollem Körpereinsatz. Ich bin's gewohnt, dass die Männer vor mir knien. Den Humor lassen wir uns nicht nehmen. Ich hab heute ein Gefühl dafür bekommen: Viele Menschen haben Probleme und machen sich zu Recht Sorgen. Aber viele andere blicken positiv gestimmt in die Zukunft und haben super gelernt, mit der neuen Normalität umzugehen. Wir bleiben dran. Bis bald.

Powered by VidSEO

Was denkst du?

300 points
Upvote Downvote
Marianne

Geschrieben von Marianne

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Loading…

0

Kommentare

0 Kommentare

Obst und Gemüse für Ihre Gesundheit

Obst und Gemüse gegen Corona zu essen, macht das Sinn?

Schönes Haar hat auch alles mit dem richtigen Schnitt und der richtigen Farbe zu tun.

10 Musthave-Tipps für schönes und gesundes Haar